

Diabetes hat sehr viel mit Essen zu tun. Der Diabetiker lernt, sein Essen im Alltag auf seinen Stoffwechsel und seine Medikamente abzustimmen. Die Erfahrung hilft ihm dabei sehr.
Bei Festessen besteht nun aber immer eine besondere Situation. Es sind andere Menschen anwesend, der zeitliche Rahmen für die Mahlzeiten liegt anders, und meistens ist auch das Menü nicht wie im Alltag. Ob bei privaten Einladungen, in Hotels oder Restaurants. Für einen Diabetiker ist es sehr wichtig, dass er weiss, wie er mit sich und seinem Diabetes in solchen Momenten umgehen kann.
Für alle Mahlzeiten in besonderen Situationen muss der Diabetiker vorbereitet sein. Das heisst, er muss wissen, wie Speisen zusammengesetzt sind, die Kohlenhydratmenge abschätzen können. Auch seinen Medikamentenverbrauch muss er auf die Speisen abstellen können. Je mehr er über die Nahrung und die Medikamente weiss, desto einfacher ist es für ihn.
Essen im Restaurant
In einem Restaurant kann man sich das Menü selber zusammenstellen. Falls zu viel auf dem Teller ist, kann man ohne weiteres etwas liegen lassen. Falls etwas fehlt, darf man nach einem Stück Brot fragen, oder vielleicht liegt sogar ein Dessert drin?!!
Essen im Hotel
Es gibt Hotels mit Halb- oder Vollpension. Hier wird das Menü meistens schon von vornherein bekannt gegeben, sodass sich der Diabetiker gut auf die Mahlzeit einstellen kann. Falls etwas für ihn nicht geeignet ist, kann er bestimmt mit dem Küchenchef sprechen oder à la carte essen.
Essen am Buffet
Das Essen am Buffet ist geradezu ideal. Man kann sich aussuchen, was einem gefällt, und so viel auf den Teller schöpfen, wie einem bekommt. Für grosse und kleine Nimmersatte kann das natürlich zum Verhängnis werden.
Essen bei privaten Einladungen
Bei privaten Einladungen oder bei grossen Anlässen ist das Menü meistens vorgegeben. Hier muss sich der Diabetiker auf die Situation einstellen können. Gerade im privaten Rahmen ist es jedoch gut möglich, mit dem Gastgeber zu sprechen und ihm nötigenfalls die Bedürfnisse zu erklären. Hier stellt sich auch die Frage, wem und wieviel soll man vom Diabetes erzählen. Gerade für den Gastgeber, die Gastgeberin, kann es von Nutzen sein, wenn er oder sie über die Essgewohnheiten Bescheid weiss.
Die Überraschungsparty
Für Diabetiker ist es schwierig, mit Überraschungen bei den Mahlzeiten umzugehen. Dies verlangt ein hohes Mass an Wissen und Erfahrung. Besonders im Umgang mit insulinsenkenden Tabletten oder Insulin ist Vorsicht geboten. Es ist wichtig, die Medikamente erst zu nehmen, wenn klar ist, wie die Mahlzeit aussieht.
Auswärts essen soll in erster Linie Freude bereiten. Der Diabetes darf ruhig einmal in den Hintergrund treten, ohne vergessen zu gehen. Vor und nach solch speziellen Situationen ist es immer auch wichtig, den Blutzucker zu messen, damit es nicht zu ungeahnten Überraschungen kommt.
Andrea Merkel-Hoek
Dipl. pharm. ETH
Quelle: Schweizerische Diabetesgesellschaf