Welches ist das beste Blutzuckermessgerät?

Oft werden Diabetesfachfrauen oder à„rzte gefragt, welches denn unter den zahlreichen heute auf dem Markt angebotenen Blutzuckermessgeräten das Beste sei. Diese Frage lässt sich ebenso wenig beantworten wie diejenige nach dem besten Auto. Der Bergbauer im Lugnez hat andere Bedürfnisse als der Banker in Zürich. Es ist sowohl beim Kauf eines Autos wie beim Erwerb eines Blutzuckermessgerätes wichtig, seine Bedürfnisse zu kennen.

Folgende Fragen soll man sich stellen:

  • Brauche ich überhaupt ein neues Gerät? Allein die Tatsache, dass ich bereits seit
    drei Jahren mit dem gleichen Messgerät arbeite, ist kein zwingender Grund für eine Neuanschaffung.
  • Falls ich ein zweites Messgerät haben möchte (z.B. eines zu Hause, eines im Geschäft), soll ich bewusst zwei gleiche Geräte kaufen oder besser zwei verschiedene? Achtung: Nicht alle Messgeräte ergeben das genau gleiche Resultat! Neben gewissen technischen Unterschieden spielt es eine wichtige Rolle, ob die Geräte referenziert sind auf Plasma oder auf Vollblut.
  • Hat das Gerät ein genügend grosses Display, dass ich mit meiner Sehkraft die Resultate einfach ablesen kann?
  • Spielt die Gerätegrösse für mich eine Rolle? à„ltere, sesshafte Leute werden eher ein grösseres, stabiles Gerät bevorzugen; junge Leute, welche oft auswärts sind, einen möglichst kleinen Apparat.
  • Wäre es wegen zittriger Hände sinnvoll, ein Messgerät zu wählen, welches breite Messstreifen hat?
  • Sollte es möglich sein, dass mein Gerät umgestellt werden kann von mg/dl auf mmol/l?
  • Werde ich wohl daran denken, beim Wechsel auf ein neues Paket Teststreifen mein Gerät zu kalibrieren? Oder soll ich ein Messgerät wählen, dessen Teststreifen sich automatisch selbst kalibrieren?
  • Ist das Gewinnen eines Bluttropfens für mich in der Regel kein Problem. Oder sollte ich ein Gerät wählen, welches eine möglichst kleine Blutmenge zur Messung benötigt. In diesem Fall könnte ich auch «alternate site»-Messungen durchführen, z.B. am Daumenballen oder am Vorderarm
  • Wäre es wünschenswert, zur Stromversorgung Batterien einsetzen zu können, welche überall problemlos erhältlich sind?
  • Wie will ich meine Blutzuckerdaten verwalten? Wie gross ist die Speicherkapazität meines favorisierten Geräts? Gibt es zur weiteren Bearbeitung der Daten eine geeignete Software?
  • Ist die Messdauer für mich von Bedeutung (obwohl heute alle Geräte bedeutend schneller arbeiten als früher)?
  • Bin ich technisch fähig, das Messgerät zu bedienen oder bin ich wegen Rheuma in den Fingern oder fehlender Geschicklichkeit auf eine besonders grosse Bedienerfreundlichkeit angewiesen (Gerät ohne Tasten)?
  • Wie lange «wartet» mein Gerät mit dem Beginn beziehungsweise mit dem Abbruch der Messung, wenn ich nicht auf Anhieb genügend Blut aufgetragen habe?
  • Möchte ich ein Messgerät, bei welchem mehrere Blutzucker-Messstreifen auf einmal «geladen» werden können?

Kaum mehr von Bedeutung sind folgende Parameter, weil sie bei allen Geräten etwa gleich sind:

  • Messbereich des Blutzuckers
  • Temperaturbereich und Grad der Luftfeuchtigkeit, innerhalb derer Messungen möglich sind
  • Blutaufnahme auf den Teststreifen (alle Geräte mit Sip-in-Technik)
  • Preis der Messstreifen (ist zurzeit für alle gleich). Sie kosten Fr. 120.00 pro 100 Streifen.

Dr. med. K. Scheidegger

 

Quelle: Schweizerische Diabetesgesellschaft