

PDF Merkblatt 4.3 Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln
In all unseren Lebensräumen tummeln sich Mikroorganismen, welche von blossem Auge nicht zu erkennen sind (Bakterien, Viren, Schimmelpilze, Parasiten, usw.) in unermesslicher Anzahl. Viele dieser Kleinstlebewesen sind für den Menschen ungefährlich oder sogar nützlich, gegen andere hat der menschliche Körper Abwehrmechanismen aufgebaut. Unter gewissen Umständen (bei bestimmten Temperaturen und bei Vorhandensein der nötigen Nährstoffe) können sich diese Organismen in kürzester Zeit enorm vermehren und damit eine gesundheitliche Gefährdung heraufbeschwören. Schmutz und Abfälle, aber auch Nahrungsmittel, bilden einen optimalen Nährboden für solche Kleinstlebewesen.
Lebensmittelvergiftungen sind häufig
Die im Zusammenhang mit Lebensmitteln übertragenen Infektionen mit Mikroorganismen oder Vergiftungen mit Stoffwechselprodukten werden oft verallgemeinernd «Lebensmittelvergiftungen» genannt. Solche Erkrankungen können z.B. durch Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder Listerien, aber auch durch Schimmelpilzgifte usw. hervorgerufen werden. Gemäss amtlichen Statistiken werden am häufigsten Zwischenfälle mit Salmonellen oder mit Campylobacter registriert. Offizielle Angaben basieren auf den Meldungen von à„rzten und Spitälern und erfassen meistens nur gravierendere Krankheitsfälle. In den letzten zehn Jahren wurden in der Schweiz im jährlichen Durchschnitt über 5'000 Salmonellen-Erkrankungen gemeldet. Besonders in den heissen Sommermonaten sind Hygienezwischenfälle häufig - so wurden in den letzten Jahren z.B. im Monat August in unserem Land durchschnittlich 600-800 Campylobacter-Infektionen registriert. Sind die Krankheitssymptome (Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Kopfweh, Fieber, Unwohlsein, usw.) leichter, wird meist keine ärztliche Hilfe beansprucht; weil der Zusammenhang mit einer Lebensmittelvergiftung nicht erkannt und die Ursache oft übermässigem Essen oder Trinken zugeschrieben wird. Dementsprechend bleiben ärztliche Konsultation, damit Meldung und statistische Erfassung, aus. Experten rechnen aus diesen Gründen mit einer beträchtlichen Dunkelziffer und nehmen an, dass nur etwa jeder zehnte Fall gemeldet wird.
Hauptgefahrenquellen: rohe tierische oder pflanzliche Lebensmittel, Zubereitung
Produzenten und Verteiler haben bezüglich der Sicherheit verarbeiteter Lebensmittel in den letzten Jahren einen sehr hohen Standard erreicht. Hygienezwischenfälle ereignen sich insbesondere noch mit rohen, d.h. unverarbeiteten tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln. Hygieneprobleme können während des gesamten Zyklus, d.h. von der Gewinnung über die Lagerung oder den Vertrieb der Nahrungsmittel bis hin zur genussfertigen Speise auftreten. Dabei ist die Zubereitung, sowohl im gewerblichen Betrieb als auch in der Privatküche, häufigste Fehlerquelle.
Hygieneprobleme sind vermeidbar
Fast immer werden Zwischenfälle durch mangelnde Kenntnis der wichtigsten Hygieneregeln bzw. durch menschliches Fehlverhalten verursacht - sie wären also grösstenteils vermeidbar. Viele Gründe sprechen für vermehrte Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln:
Checkliste
Persönliche Hygiene
Mikroorganismen gehen «von Hand zu Hand» - nach Schmutzarbeiten, Kontakt mit rohen Lebensmitteln (insbesondere mit Fleisch), Berührung von Abfall, schmutzigen Geräten und Gegenständen, insbesondere aber nach der Toilette, verbleiben oft Krankheitserreger an den Händen, unter Uhren, Schmuck oder Fingernägeln.
Mikroorganismen nisten sich in Stoffen und Geweben ein und gelangen so auf Lebensmittel.
Hautausschläge, (auch kleine) Wunden und Entzündungen scheiden Krankheitserreger aus (Eiter).
Speichel und Schleim enthalten viele Mikroorganismen.
Personen mit infektiösen Krankheiten (Fieber, Husten, Grippe, Durchfall, Gelbsucht usw.) scheiden immer Krankheitserreger aus.
Lebensmittelhygiene
Verpackte Lebensmittel, Konserven und Tiefkühlprodukte müssen mit einem Verfalldatum gekennzeichnet sein. Oft ist auch angegeben, bis wann geöffnete Packungen zu verbrauchen sind.
Rohe Lebensmittel sind, je nach Art und Herkunft, oft mit Krankheitserregern oder Parasiten verunreinigt. Gewisse Nahrungsmittelgruppen sind besonders heikel (Milch, Tatar, Hackfleisch, Eier, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte usw.). Zimmertemperaturen begünstigen die Vermehrung vorhandener Keime.
Die Aufbewahrung von Nahrungsmitteln im Kühlschrank oder im Tiefkühler ist sinnvoll - allerdings nur, wenn die empfohlenen Temperaturen eingehalten werden. Bei überfüllten Kühlgeräten (z.B. vor Parties oder Festessen) oder bei starker Vereisung kann sich die Temperatur erhöhen.
Tiefkühlprodukte bieten den Vorteil einer relativ langen Aufbewahrungsdauer. Hygieneprobleme können allerdings beim (beabsichtigten oder unbeabsichtigten) Auftauen auftreten.
Bei ungünstiger oder zu langer Lagerung kann es (auch im Kühlschrank) zum Verderb von Produkten kommen. Dabei werden nicht nur der Geruch, der Geschmack und der Nährstoffgehalt beeinträchtigt - Fäulnis, Trübung, Farbveränderung, Verschleimung, Gärung, Verschimmelung (mit Ausnahme des Edelschimmels bei Käse und Salami) usw. deuten immer auf das Vorhandensein gefährlicher Keime und giftiger Inhaltsstoffe hin.
Keime von rohen Lebensmitteln können bei Lagerung und Verarbeitung auf gekochte Speisen übertragen werden.
Ungenügende Erhitzung bei der Zubereitung verhindert das Abtöten von Krankheitserregern.
Nach der Zubereitung bilden kalte Gerichte, warme Speisen und Resten immer einen idealen Nährboden für die Vermehrung von Mikroorganismen.
Geräte- und Küchenhygiene
Lappen, Schwämme, Abtrockentücher, Bürsten usw. bieten Mikroorganismen dank Schmutz und Feuchtigkeit optimale Bedingungen zur raschen Vermehrung.
In eingetrockneten Speiserückständen, Saucenspritzern, Rüstabfällen usw. finden sich stets viele Mikroorganismen.
Unter Arbeitsflächen, Mobiliar, Apparaten usw. finden sich oft Speiseresten, Rüstabfälle, Staub oder Schmutz - und damit wiederum Nährboden für Mikroorganismen, aber auch für Insekten und andere Schädlinge.
In vielen Haushalten leben Haustiere. Sie können Krankheitserreger ausscheiden bzw. im Fell oder in Federn usw. mit sich tragen.
Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln - das merke ich mir
ASSOCIATION SUISSE POUR L'ALIMENTATION
ASSOCIAZIONE SVIZZERA PER L'ALIMENTAZIONE
SWISS ASSOCIATION FOR NUTRITION
SCHWEIZERISCHE VEREINIGUNG FÜR ERNà„HRUNG