Symptome

Die im folgenden beschriebenen Krankheitszeichen sind bei jedem Parkinsonpatienten unterschiedlich stark ausgeprägt. Nicht alle Patienten leiden unter allen Symptomen. Je nach Fall kann ein Krankheitszeichen ausgeprägter sein, während ein anderes nur abgeschwächt, gar nicht oder erst im weiteren Krankheitsverlauf nach Jahren auftritt. Der schleichende Verlauf der Parkinsonkrankheit führt dazu, dass die Beschwerden langsam auftreten und über die Jahre mit dem Verlauf der Krankheit zunehmen. Die Symptome kommen manchmal, besonders zu Beginn der Krankheit, überwiegend einseitig vor. Alle Symptome können im Lauf eines Tages Schwankungen unterworfen sein.

Die Hauptsymptome der Parkinsonkrankheit sind

Tremor

Das Zittern ist wohl das auffälligste und bekannteste Krankheitszeichen. Dies obwohl es bei bis zu einem Drittel der Patienten gar nicht auftritt. Zu Beginn der Krankheit handelt es sich um einen Ruhetremor. Er tritt jeweils auf, wenn die betroffene Extremität entspannt ist. Beim Ausführen einer Bewegung nimmt das Zittern ab oder es verschwindet ganz. Oft ist dieser Ruhetremor von einem Zittern beim Aussführen von Bewegungen begleitet, dem sogenannten Aktionstremor. Emotionale Erregungen können das Zittern verstärken. Die Intensität des Tremors schwankt in der Regel innerhalb eines Tages oder von Tag zu Tag.

 

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Rigor

Unter Rigor versteht man die erhöhte Muskelspannung, die beim passiven Bewegen der Extremitäten oder des Kopfes feststellbar ist. Beim passiven Beugen und Strecken der Gliedmassen lässt sich teilweise das "Zahnradphämomen" beobachten: Die Bewegungen erfolgen nicht fliessend sondern ruckartig, mit kleinen Unterbrechungen. Der Patient seinerseits empfindet den Rigor als Versteifung. Rigor kann schmerzhaft sein. Bei gewissen Patienten ist dies das erste Symptom, welches sie zu einem Arztbesuch bewegt.

 

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Akinese oder Bradykinese

Viele Patienten klagen über eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe bis zur Unfähigkeit, Bewegungen ausführen zu können, wobei einer anfänglichen Verlangsamung (Bradykinese) ein vollständiger Ausfall (Akinese) folgen kann. Die Verlangsamung der Bewegungen betrifft nicht nur Arme und Beine sondern auch Gesicht und Zunge. Gewöhnliche Handlungen wie Ankleiden und Körperpflege benötigen dann mehr Zeit als vor Beginn der Erkrankung. Besonders schwierig ist es für die Patienten, eine Bewegung in Gang zu setzen oder mehrere Bewegungen zu koordinieren. Ist er einmal in Gang, kann es dem Patienten schwer fallen, anzuhalten. Seine Schritte werden kürzer und langsamer.

 

Insbesondere die unwillkürlichen Bewegungen sind im Ablauf gestört: Die Mimik ist meist reduziert, so dass das Gesicht emotionslos und maskenhaft wirkt, was aber keineswegs dem tatsächlichen Gemütszustand des Patienten entspricht. Auch die Sprache ist verändert: Die Modulation nimmt ab, die Stimme wird leise und monoton.

 

Die gestörten Bewegungsabläufe werden von der Umwelt oft missverstanden. Dies wiederum belastet die Patienten psychisch stark.

 

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Haltungsinstabilität

Aufrechter Gang und Gleichgewicht werden duch ein äusserst komplexes Regulationssystem sichergestellt. Mit im Spiel sind Halte- und Stellreflexe, die automatisch geschehen. Da bei Parkinsonpatienten diese unwillkürliche Bewegungen gestört sind, fällt es ihnen schwer die aufrechte Haltung beizubehalten. Eine Folge davon sind Stürze.

 

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Körperliche und psychische Begleiterscheinungen

Andere körperliche Symptome können mit der Erkrankung einher gehen. Gewisse Patienten klagen über Verstopfung. Andere haben einen starken Harndrang, der nicht immer kontrolliert werden kann. Die Krankheit kann die Temperaturregulation des Körpers stören. Patienten klagen über übermässiges Schwitzen oder verstärktem Speichelfluss. In gewissen Fällen können Kau- und Schluckstörungen das Essen erschweren. Über 80% der Parkinsonpatienten klagen über Schlafstörungen. Sie haben Mühe ein- und durchzuschlafen. Ihre Schlafdauer ist verkürzt.

 

Depressionen und depressive Verstimmungen zählen zu den ausgeprägtesten psychischen Veränderungen. Je nach Untersuchung schwankt der Prozentsatz der davon Betroffenen zwischen 30 bis 90%. Gewisse Depressionen können auf den veränderten Botenstoffspiegel im Gehirn zurückgeführt werden. Andere wiederum entwickeln sich als Folge der fortschreitenden physischen Beeinträchtigung, die von den Patienten sehr wohl wahrgenommen wird.

 

Die Patienten müssen oft unter der Ungeduld der Mitmenschen leiden, die ihnen nicht genügend Zeit lassen, die eigenen Gedanken zu formulieren und auszudrücken. Dies hat nicht selten zur Folge, dass die Patienten in die Isolation gedrängt werden.

 

Während die intellektuellen Fähigkeiten in der Regel nicht oder nur gering beeinträchtigt werden, kann es durchaus vorkommen, dass die Denkvorgänge und ihre sprachliche à„usserung langsamer werden. Die sogenannte Bradyphrenie hat jedoch nichts mit Demenz (geistigem Abbau) zu tun.

 

Bei älteren Langzeitpatienten können nach Jahren als Nebenwirkung der medikamentösen Therapie Verwirrtheitszustände und Halluzinationen (vor allem nachts) auftreten.