





"Das Grillen wurde mir in die Wiege gelegt", grinst Ueli Bernold vergnügt. Als Metzgersohn begleitete er seinen Vater oft an Grillfeste am Wochenende und half ihm, die Spiessli und Cà´telettes über der heissen Kohle zu wenden. So sonnenklar es dem Jungen war, dass er später auch Metzger werden wollte, so eindeutig gewann er Jahre später auf Anhieb den Schweizermeister-Titel 1997 im Grillieren. Bald folgten viele andere Podestplätze und Pokale, die vom mehrmaligen Europameister-Titel über die "Beste und kreativste Grillwurst" bis hin zum "Weltmeister in Beef, Chicken und Dessert" reichten. Auch einen Weltrekord hat er in der Tasche: 1997 setzte Bernold auf 3883 m. ü. M neue Massstäbe für Grillen in der Höhe. Bernold erklärt sich seine steile Karriere mit seinem Pefektionismus: "Ich weiss immer klar, welche Garstufe ich wählen will, und habe zudem alle Komponenten zur selben Zeit fertig, was die echte Herausforderung am Ganzen ist."
Garstufe als Schlüssel zum Erfolg
Wie wichtig ist denn die Garstufe beim Grillen? "Sehr!", sagt Bernold energisch. Meistens wählen Grill-Amateure eine viel zu hohe Hitze, lassen das Fleisch gleich über der direkten Feuerquelle brutzeln. "Das ist tödlich für Lebensmittel, da sie austrocknen." Das Argument, dass das Fleisch dann schneller fertig sei, ist für Grill-Ueli Unfug. "Wenn man bei einer Temperatur von 140 bis 150 Grad statt 200 Grad grillt, braucht es nur ungefähr 8 bis 10 Minuten länger. Das ist alles! Dazu kann man 30% mehr Fleisch vom Grill wegnehmen." Oft verwenden Anfänger auch zu viele Gewürze, bedauert er. Dies verdecke den natürlich köstlichen Duft und Geschmack des Fleisches.
Dass das Grillen eine leicht meditative Angelegenheit ist, ist er sich überzeugt. "Beim Grillen sollte man den Alltagsstress zu Hause lassen und die Natur geniessen. Es zählen Feuer, Food und Fun, und nicht Zeitdruck oder Hektik." Kochen im Freien ist für Bernold sowieso etwas vom Schönsten.
Für diesen Zweck bietet Ueli Bernold seit 1980 abends Grill-Kurse an. Die meisten, die kommen, hätten das Gefühl, dass sie jahrelang bereits richtig grillieren würden. Bernold belehrt sie aber bald eines besseren. "Nachher staunen sie dann, dass sie in den letzten 20 Jahren noch nie ein solch saftiges Fleisch gegessen hätten", zeigt sich der Grillmeister stolz. Neben der Arbeit am Tag und den Lehrstunden am Abend bleibt ihm nur noch sehr wenig Freizeit. Aber: "Ich bin rundum glücklich. Wer kann sonst jeden Abend mit neuen, spannenden Menschen zusammenkommen und eine wunderbare Grillparty feiern?"