Mit der Amadeus Silver 2 schöne Weihnachts-Märkte besuchen

06.08.2017 - admin

Der Duft von gebrannten Mandeln, frischen Bratwürsten, Glühwein und vielen süssen Verführungen liegt in der Luft.

Jingle Bells, White Christmas oder das Lied von Rudolph dem Rentier mit der roten Nase sind zu hören, Kinderaugen schauen glücklich zu den bunten Lichtern und Tausende von Menschen drängen sich an unzähligen Verkaufsständen mit schönen und auch weniger schönen Weihnachtsartikeln vorbei: Dies ist die Zeit der Weihnachtsmärkte. Der Besuch eines solchen Marktes gehört für viele Menschen zum alljährlichen Programm im Dezember. Ob privat, mit einem Busausflug oder seit einigen Jahren mit dem Flusskreuzfahrtschiff. Eine solche Flusskreuzfahrt mit der Amadeus Silver 2 von Koblenz, über Köln nach Mainz habe ich soeben mitgemacht.

Am Donnerstag, 3. Dezember um acht Uhr treffen sich knapp 140 vorwiegend Schweizerinnen und ein paar wenige Schweizer, verteilt auf drei Euro-Busse im aargauischen Windisch, um von dort aus zu einer speziellen Reise zu starten. Angesagt sind drei Tage Weihnachtsmärkte und zwei Übernachtungen auf der MS Amadeus Silver 2. Die Fahrt nach Koblenz, unserem ersten Adventsmarkt dauert fast siebeneinhalb Stunden, von denen allerdings beinahe zwei Stunden auf Pausen entfallen. Endlich ist es geschafft. Unser Bus fährt vor der MS Amadeus Silver 2 vor, die wir aber noch nicht betreten dürfen, sondern nur von Außen bewundern können. Zuerst geht es gleich mit dem kompletten Handgepäck auf den Koblenzer Weihnachtsmarkt. Dieser ist allerdings – für mich – eine kleine Enttäuschung. Der Markt in der Nähe des Flusskreuzfahrtschiffs besteht gerade mal aus ein paar wenigen Verkaufsständen. Die Weihnachtsstimmung packt mich aber doch und schon ist bereits der erste Weihnachtsstern für zu Hause gekauft – Fair Trade Handarbeit Made in Indien für 14.50 Euro. Ein Schnäppchen, der gleiche Stern hätte in der Schweiz sicher das Doppelte gekostet.

Amadeus Silver 2 – ein Bijou von Flusskreuzfahrtschiff

Weihnachtsmarkt in Koblenz

Nach gut zwei Stunden auf dem Christkindl Markt und der in die Jahre gekommenen Einkaufsstrasse von Koblenz ist es endlich soweit: Wir betreten die Amadeus Silver 2. Mein erster Eindruck war – das gestehe ich offen – nicht wirklich positiv. Nach den zwei Flusskreuzfahrten-Fahrten mit der Emerald Dawn und der Excellence Princess wirkt die Amadeus Silver 2 mit ihrer grünen Schiffsfarbe von Außen etwas gar altbacken und bieder. Aber der erste Eindruck täuscht definitiv: Die Amadeus Silver 2 (das dritte Schwesterschiff, die Amadeus Silver 3 ist ab 2016 auf Europas Flüssen unterwegs) ist ein kleines Bijou und überzeugt in jeder Hinsicht positiv.

Unsere Kabine, oder sollte man besser sagen, Suite auf dem Mozart- oder Oberdeck (Flusskreuzfahrtschiffe bestehen meist aus vier Decks, dem Hauptdeck unten im Schiff, dem Mittel- und Oberdeck, sowie dem Sonnendeck) ist äusserst grosszügig gehalten.

Allerdings gibt es auf dem Schiff gleich schon ein erstes grosses Problem: Gleich mehrmals muss unsere Reiseleitern Pia Pfähler bekannt geben, dass ein schwarzer Koffer fehlt und man sich doch dringend melden sollte, falls dieser sich in der falschen Kabine befinde. Nützt alles nichts, niemand meldet sich und die Durchsage wiederholt sich. Beim anschliessenden Willkommens Cocktail kann Pia Pfähler unter dem Gelächter der Gäste endlich Entwarnung geben. Der schwarze Koffer ist gefunden, er befand sich auf Lift Fahrt im Schiff von oben nach unten, von unten nach oben…..

Schon fast luxuriös das Bad auf der Amadeus Silver 2 (Bild Stieger)

Freundliche und sehr zuvorkommende Crew

Während wir das erste Mal ein feines Nachtessen an Bord der Amadeus Silver 2 geniessen und von der äusserst freundlichen, zuvorkommenden – und gut deutsch sprechenden – Crew verwöhnt werden, verlassen wir Koblenz, wo Rhein und Mosel zusammen fliessen. Unsere Flusskreuzfahrt führt uns nun nach Köln, dem Höhepunkt unserer Reise. Köln hat nicht nur einen Weihnachtsmarkt, sondern gleich deren sechs. Der wohl bekannteste ist natürlich derjenige direkt vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Kölner Dom. Allerdings: Für meinen Geschmack ist dieser definitiv nicht der Schönste und keinesfalls derjenige für den sich der Besuch am meisten lohnt. Im Werbeprospekt steht: „Deutschlands beliebtester Weihnachtsmarkt beeindruckt durch seine einmalige Atmosphäre vor der historischen Kulisse des Kölner Doms und verzaubert seine Besucher unter dem leuchtenden Sternenlichterzelt.“ Zwar hat es hier definitiv am meisten Verkaufsstände (über 150) und noch viel, viel mehr Besucherinnen und Besucher. Aber es hat auch am meisten Verkaufsstände mit Kitsch und Krimskrams. Da lohnt sich dann doch der Besuch des Weihnachtsmarktes „Heimat der Heinzelmännchen“ deutlich mehr. Dieser ist zwar viel kleiner, aber auch viel sympathischer. Hier findet man auch noch die im Prospekt von Rivage versprochenen traditionellen Handwerker, denen man bei der Arbeit zuschauen kann. Hier hat es praktisch keine Weihnachtspräsente aus Fernost, sondern tatsächliche Handwerkskunst aus dem Erzgebirge und auch aus dem Tirol. Für mich der mit Abstand authentischere und liebevollere Markt in Köln. Und wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, hätte ich – nach vielen, vielen Jahren – sicher auch Schlittschuhe gemietet, um auf der grossen Eisfläche rund um das beleuchtete Denkmal elegant – oder vielleicht auch weniger elegant – einige Runden zu drehen.

Diebstahl im Kölner Dom anno 1975

Vor dem Kölner Dom

Selbstverständlich gehört bei einem Besuch in Köln auch ein Abstecher in den Kölner Dom. Der Kölner Dom ist mit 157,38 Metern Höhe nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt und gehört seit 1996 zum Unesco-Weltkulturerbe. Interessant, dass der Kölner Dom trotz jährlichen Unterhaltskosten von 10 Millionen Euro, deutlich renovierungsbedürftiger aussieht, wie der Dom zu Mainz, den wir am folgenden Tag besucht haben. Besonders lohnenswert ist auch ein Besuch der Domschatzkammer mit christlicher Kunst vom 4. bis 20. Jahrhundert. Allerdings ist der Eintritt mit 6 Euro nicht gerade günstig und fotografieren ist auch noch verboten. Dafür verrät der Kassierer am Eingang gratis einiges Wissenswertes über den Diebstahl von 1975. In der Nacht vom 2. November 1975 waren drei Einbrecher mit Strickleitern und Bergsteigerausrüstung durch einen Lüftungsschacht in die alte – für die damalige Zeit als optimal gesichert geltende – Domschatzkammer eingedrungen und hatten sehr wertvolle Monstranzen und Kreuze entwendet. Die Täter konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt und einem Privatdefektiv gefasst werden und wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Einen Teil ihrer Beute, wie etwa die goldene Monstranz von 1657 (Wert schon damals über 20 Millionen Euro), hatten sie eingeschmolzen und war für immer verloren (heute ist eine Nachbildung zu sehen). Wo die Einbrecher verblieben sind, ist nicht bekannt. Denn als Journalisten eines deutschen Nachrichtenmagazins mit den drei Einbrechern ein Interview führen wollten, waren diese unauffindbar.

Grosszügige Kabinen mit sehr viel Platz auf der Amadeus Silver 2

Und schon war es wieder Zeit zurück auf die Amadeus Silver 2 zu gehen, stand doch die Weiterfahrt nach Mainz bevor. Zeit genug sich das Schiff noch ein bisschen genauer anzuschauen. Die Amadeus Silver 2 ist das zweite 135-Meter-Schiff der Amadeus-Flotte, die 2016 noch eine dritte Schwester, die Amadeus Silver 3 erhält. Die bei den Passagieren beliebten öffentlichen Bereiche, wie beispielsweise das klassische Café Vienna oder der Amadeus Club im Heck, laden zu einem gemütlichen Café, Drink oder einem Schwatz ein. Wichtig für die Reederei war auch das Wohlfühlen ihrer Gäste, so wurde die Kabinenzahl von ursprünglich 90 auf 84 reduziert, um mehr Raum für großzügigere Kabinen und öffentliche Bereiche zu schaffen. Die Kabinen auf der Amadeus Silver 2 sind denn auch sehr grosszügig, verfügen über einen grossen, begehbaren Kleiderschrank mit viel Ablagefläche, Flat Screen TV, Safe, zwei gemütliche Sessel, Schreibtisch und Haartrockner. Grosszügig Platz bietet auch das schon fast luxuriöse Bad mit Dusche. Von den insgesamt 84 Kabinen auf der Amadeus Silver 2 sind 72 17,5 Quadratmeter gross, die 12 Suiten auf dem Oberdeck bieten sogar 26,4 Quadratmeter Platz mit einen begehbaren Aussenbalkon mit Sitzgruppe und einem grossen  Panorama-Fenster. Weitere Annehmlichkeiten der Amadeus Silver 2 sind ein grosszügiger Fitnessraum, ein Massageraum und ein Friseursalon, sowie ein –wirklich – sehr kleiner Einkaufsladen. Der erwähnte Lift bringt die Gäste auf alle Passagierdecks (mit Ausnahme des Sonnendecks).  In der Panorama-Lounge schliesslich lässt sich nach dem feinen Gourmet-Menu ein Cocktail geniessen oder wie heute abend beim Adventslieder-Singen mitmachen. Reiseleiter Pia Pfähler bewies dabei, dass sie nicht nur gut organisieren kann, sondern auch über eine sehr gute Stimme verfügt. Die gesamte Amadeus-Flotte wurde 2014 mit dem ökologischen Gütesiegel „Green Certificate“ ausgzeichnet.

Amadeus Silver 2 ist in jeder  Hinsicht empfehlenswert

Das Krippenspiel mit lebensgrossen Figuren in Mainz

Nach einer letzten Nacht an Bord des Schiffes lockte dann noch der Mainzer Weihnachtsmarkt, der bereits seit 1788 seine Zelte vor der imposanten Kulisse des tausendjährigen Domes St. Martin aufschlägt. Wunderschön und sehenswert sind die lebensgrossen, handgefertigten Krippenfiguren aus Lindenholz vor der romanischen Gotthardkapelle, die die Weihnachtsgeschichte darstellen.

Nach einigen Stunden in Mainz heisst es auch schon wieder Abschied nehmen. Die Euro Busse führen uns sicher nach Windisch und die anderen Ausgangsorte zurück und alle rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Weihnachtsmärkte-Flusskreuzfahrt werden wohl noch lange an die schöne Zeit auf dem Schiff und den Märkten zurückdenken.

Fazit: Die Amadeus Silver 2 ist ein in jeder Hinsicht empfehlenswertes Schiff. Es gibt absolut nichts zu meckern oder zu beanstanden. Die Verpflegung war sehr gut und reichhaltig. Die 46-köpfige Besatzung an Bord jederzeit freundlich und hilfsbereit. Es lohnt sich sicherlich ein paar Tage länger an Bord der Amadeus Silver 2 zu verweilen, die übrigens 2016 die wunderschöne Donau-Route von Passau nach Wien, Budapest und Bratislava fährt. Einziger Minuspunkt meinerseits: Es ist schon ein wenig erschreckend, wenn man auf einem europäischen Fluss während ¾ der gesamten Reise keinen Internet-Empfang hat und auch der Fernseher in Köln die gesamte Zeit nur ein schwarzes Bild zeigt. Aber wie erwähnt, das war wohl nur für mich wichtig….

Bis Weihnachten bietet Rivage Flussreisen noch verschiedene Flusskreuzfahrten zu Weihnachtsmärkten an. Viele davon sind bereits ausgebucht, aber teilweise hat es noch einige wenige freie Kabinen. Wer noch kurzfristig an einer Flusskreuzfahrt zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Süddeutschland teilnehmen möchte, der informiert sich am besten gleich auf der Internet-Seite von Rivage Flussreisen oder noch einfacher, er/sie ruft direkt bei den Kreuzfahrt-Beratern in Windisch unter Telefon 056 461 64 64 an.

Wir, Els Wiki und Hanni und ich, schlossen uns der kleinen Reisegruppe in Rangoon (Yangon) an. 6 weitere, sympathische Mitreisende, alles Schweizer, plus Reiseleiter, Dr. Axel Bruns, ein in Yangon wohnender Deutscher und Burma-Experte. Wir kamen von einer

Kategorie: Reiseberichte , eingestellt am 25.02.2017

Vermutlich waren wir Alten (Els Wiki, Hanni und ich), auf dem falschen Boot. Eine Kreuzfahrt in die Karibik oder so wäre angemessener gewesen.g

Kategorie: Reiseberichte , eingestellt am 30.01.2017

Es ist ein schwieriges Unterfangen den zwiespältigen Eindrücken gerecht zu werden die eine 18tägige Reise durch dieses riesige Land (40x so gross wie die Schweiz, ca. 10x so viele Einwohner) vermitteln kann.

Kategorie: Reiseberichte , eingestellt am 30.01.2017